
E-Cu im Überblick
E-Cu ist elektrolytisch raffiniertes Kupfer mit einer Reinheit von mindestens 99,90 Prozent. Die heute gültige Bezeichnung nach EN lautet Cu-ETP, die Werkstoffnummer CW004A. Gebräuchlich sind weiterhin die älteren Bezeichnungen E-Cu57 und E-Cu58 sowie die DIN-Nummern 2.0060 und 2.0065.
Charakteristisch ist die sehr hohe elektrische und thermische Leitfähigkeit. Genau deshalb wird E-Cu in der Elektrotechnik für Stromschienen und Kontakte eingesetzt und in der Funkenerosion als Elektrodenwerkstoff. Wir liefern E-Cu als Rundstange, Flachstange, Vierkantstange und Blech, auf Wunsch als Zuschnitt nach Maß ab Lager Lüdenscheid.
Bezeichnungen und Normen
| Bezeichnung nach EN | Cu-ETP |
| Werkstoffnummer nach EN | CW004A |
| Alte DIN-Nummern | 2.0060, 2.0065 |
| Alte Bezeichnungen | E-Cu57, E-Cu58, E-Cu |
| Bedeutung ETP | Electrolytic Tough Pitch, elektrolytisch raffiniertes, zähgepoltes Kupfer mit definiertem Sauerstoffgehalt |
Chemische Zusammensetzung
| Kupfer (Cu) | mindestens 99,90 Prozent, einschließlich Silber bis 0,015 Prozent |
| Sauerstoff (O) | 0,005 bis 0,040 Prozent |
Der geringe, aber gezielt eingestellte Sauerstoffgehalt unterscheidet E-Cu von sauerstofffreiem Kupfer wie Cu-OF oder SE-Cu. Er bindet Restverunreinigungen und sichert so die hohe Leitfähigkeit.
Technische Daten
| Dichte bei 20 °C | 8,93 g/cm³ |
| Schmelzpunkt | 1.083 °C |
| Elektrische Leitfähigkeit, geglüht | 57 m/(Ω·mm²) |
| Spezifischer elektrischer Widerstand | 0,01754 Ω·mm²/m |
| Wärmeleitfähigkeit bei 20 °C | 394 W/(m·K) |
| Elastizitätsmodul | 110 bis 130 GPa |
| Zugfestigkeit weichgeglüht (R220) | 220 bis 260 N/mm² |
| Zugfestigkeit halbhart (R240) | 240 bis 300 N/mm² |
| Zugfestigkeit hart (R360) | mindestens 360 N/mm² |
| Härte | 40 bis 120 HV, je nach Zustand |
| Bruchdehnung (A5) | 5 bis 40 Prozent, je nach Zustand |
Eigenschaften
- Höchste Leitfähigkeit: elektrisch nur von Silber übertroffen, dazu sehr gute Wärmeleitung
- Sehr gut umformbar: kalt und warm, walzbar, ziehbar, biegbar und tiefziehbar
- Gut fügbar: hervorragende Löt- und Schweißeigenschaften
- Gut polierbar: geeignet für mechanisches und elektrochemisches Polieren
- Korrosionsbeständig: witterungsfest durch die sich bildende Schutzschicht, jedoch empfindlich gegenüber Wasserstoffversprödung
- Trinkwassergeeignet: erfüllt die Anforderungen an metallene Werkstoffe im Trinkwasserbereich nach DIN 50930
- Vollständig recycelbar ohne Qualitätsverlust
Typische Anwendungen
- Funkenerosion (EDM): Elektroden für das Senkerodieren, wirtschaftliche Alternative zu Wolframkupfer bei weniger anspruchsvollen Konturen
- Elektrotechnik: Stromschienen, Sammelschienen, Kollektoren, Hochstromkontakte und Anschlussteile
- Wärmetechnik: Kühlkörper, Wärmetauscher und Kühlplatten im Werkzeugbau
- Elektronik: Leiterbahnen und Bauteile mit hoher Anforderung an Leitfähigkeit
- Bauwesen: Dachdeckung, Fassadenverkleidung und Regenrinnen
Lieferformen und Abmessungen
Wir führen E-Cu in vier Lieferformen ab Lager Lüdenscheid:
- Rundstangen: für Elektroden und Drehteile
- Flachstangen: für Stromschienen und Kühlplatten
- Vierkantstangen: für Elektrodenrohlinge mit rechteckiger Kontur
- Bleche und Platten: für flächige Bauteile und Zuschnitte
Die lieferbaren Abmessungen je Form finden Sie in den Unterkategorien. Fixlängen sind vorrätig, individuelle Zuschnitte und Sonderformen fertigen wir auf Anfrage.
Verarbeitung und Bestellung
E-Cu lässt sich spanend gut bearbeiten, neigt wegen seiner Zähigkeit aber zur Schmierspanbildung. Scharfe Werkzeuge mit großem Spanwinkel und ausreichend Kühlschmierstoff verbessern das Ergebnis deutlich. Beim Erodieren sorgt die hohe Leitfähigkeit für niedrigen Elektrodenverschleiß bei guter Abtragsleistung.
Beim Hartlöten und beim Schweißen unter wasserstoffhaltiger Atmosphäre ist die Wasserstoffversprödung zu beachten. Wo das eine Rolle spielt, ist sauerstofffreies Kupfer die sichere Wahl.
Alle Abmessungen sind ab Lager verfügbar. Der Verkauf erfolgt ausschließlich an gewerbliche Kunden. Schicken Sie uns Ihre Anfrage oder bestellen Sie direkt hier im Shop.
Verwandte Werkstoffe im Lieferprogramm

Bei stärkerer thermischer Belastung empfehlen wir Zirkoniumkupfer für höhere Warmhärte.
Einen Überblick über das gesamte Sortiment finden Sie unter NE-Metalle.
Häufige Fragen zu E-Cu
Was bedeutet E-Cu?
E-Cu steht für Elektrolytkupfer, also durch elektrolytische Raffination gewonnenes Kupfer mit mindestens 99,90 Prozent Reinheit. Die heute gültige Bezeichnung ist Cu-ETP.
Was ist der Unterschied zwischen E-Cu57 und E-Cu58?
Beide sind ältere Bezeichnungen für denselben Werkstofftyp. Die Zahl bezog sich auf die elektrische Leitfähigkeit in m/(Ω·mm²). Heute sind beide durch Cu-ETP nach CW004A abgelöst.
Welche Werkstoffnummer hat E-Cu?
Nach EN trägt E-Cu die Nummer CW004A. Die älteren DIN-Nummern lauten 2.0060 und 2.0065.
Worin unterscheidet sich E-Cu von SE-Cu und Cu-OF?
E-Cu enthält einen geringen, gezielt eingestellten Sauerstoffanteil. SE-Cu ist sauerstoffarm und desoxidiert, Cu-OF ist sauerstofffrei. Für Anwendungen unter Wasserstoffatmosphäre, etwa beim Hartlöten, ist sauerstofffreies Kupfer die sichere Wahl.
Eignet sich E-Cu als Erodierelektrode?
Ja, E-Cu ist der Standardwerkstoff für Senkerodierelektroden bei mittleren Anforderungen. Bei sehr feinen Konturen und hoher Standzeitforderung ist Wolframkupfer die bessere Wahl.