Wolframkupfer (WCu) ist ein Verbundwerkstoff aus Wolfram und Kupfer. Er verbindet die Härte und Abbrandfestigkeit von Wolfram mit der guten elektrischen und thermischen Leitfähigkeit von Kupfer. Wir liefern Wolframkupfer als Rundstab, Vierkant, Flachmaterial, Folie und Blech, als Elektrode und als Zuschnitt nach Maß.

Eigenschaften von Wolframkupfer
- Gute Leitfähigkeit für Strom und Wärme durch den Kupferanteil
- Hohe Härte und Verschleißfestigkeit durch das Wolframgerüst
- Hohe Abbrandfestigkeit, deshalb geringer Elektrodenverschleiß beim Erodieren und Schweißen
- Formstabil bei hoher Temperatur: Wolfram schmilzt erst bei rund 3.420 °C, Kupfer bei rund 1.085 °C. Das Wolframgerüst hält die Form auch bei hoher thermischer Belastung.
- Hohe Dichte, deshalb auch für Abschirmungen und Ausgleichsgewichte geeignet
Herstellung
Wolframpulver wird gepresst und gesintert. So entsteht ein poröses Wolframgerüst. Anschließend werden die Poren mit flüssigem Kupfer gefüllt (Infiltration). Über das Verhältnis von Wolfram zu Kupfer lassen sich die Eigenschaften gezielt einstellen.
Zusammensetzungen
Unser Lagerstandard ist WCu 75/25, also 75 % Wolfram und 25 % Kupfer. Ebenfalls gängig ist WCu 80/20. Folien und Bleche führen wir als WCu 60/40. Auf Anfrage liefern wir auch 90/10, 70/30 und 50/50.
Als Faustregel gilt: Mehr Wolfram bedeutet mehr Härte und Abbrandfestigkeit, mehr Kupfer bedeutet bessere Leitfähigkeit. Handelsnamen wie Sparkal, Renet, Wirbalit oder Tungstit bezeichnen Werkstoffe mit gleichen oder sehr ähnlichen Eigenschaften.
Wolframkupfer-Elektroden für Erodieren und Schweißen
In der Senkerosion verschleißen WCu-Elektroden deutlich weniger als Kupfer- oder Graphitelektroden. Das zahlt sich bei feinen Konturen, tiefen Kavitäten und beim Erodieren von Hartmetall aus. Beim Widerstandsschweißen sorgen sie für gleichbleibende Schweißpunkte und lange Standzeiten.
Wir liefern Elektroden als Elektrodenrohling, Hohlelektrode, Gewinde- oder Rohrelektrode sowie als Zeichnungsteil nach Ihren Vorgaben.
Bearbeitung
Wolframkupfer lässt sich mit Hartmetallwerkzeugen gut zerspanen. Bei zu hohem Schnittdruck können feine Konturen ausbrechen. Arbeiten Sie deshalb mit reduziertem Vorschub oder schleifen Sie feine Geometrien.
Anwendungen
- Elektroden für Funkenerosion (EDM) und Widerstandsschweißen
- Kontakte in Hochspannungs- und Hochleistungs-Schaltanlagen
- Wärmesenken und Bauteile in Elektrotechnik und Elektronik
- Abschirmungen und Ausgleichsgewichte
- Werkzeug- und Formenbau, Automobil- und Energietechnik
Wenn Ihnen die Leitfähigkeit wichtiger ist als die Abbrandfestigkeit, ist Zirkoniumkupfer CuCr1Zr oft die passende Alternative. Weitere Werkstoffe finden Sie unter NE-Metalle.
Häufige Fragen zu Wolframkupfer
Was ist Wolframkupfer? Wolframkupfer (WCu) ist ein Verbundwerkstoff aus Wolfram und Kupfer. Ein gepresstes und gesintertes Wolframgerüst wird mit flüssigem Kupfer getränkt. So verbindet WCu die Härte und Abbrandfestigkeit von Wolfram mit der Leitfähigkeit von Kupfer.
Wofür wird Wolframkupfer verwendet? Für Elektroden beim Widerstandsschweißen und in der Funkenerosion, für Kontakte in Hochleistungs-Schaltanlagen und für Bauteile, die Wärme abführen und dabei formstabil bleiben müssen.
Welche Zusammensetzungen gibt es? Gängig sind 75/25 und 80/20, also 75 bzw. 80 % Wolfram und der Rest Kupfer. Folien und Bleche führen wir als WCu 60/40. Mehr Wolfram bedeutet mehr Härte und Abbrandfestigkeit, mehr Kupfer bessere Leitfähigkeit.
Wolframkupfer oder Kupfer als Erodierelektrode? Kupferelektroden sind günstiger und leichter zu bearbeiten. Wolframkupfer verschleißt deutlich weniger und eignet sich für feine Konturen, tiefe Kavitäten und das Erodieren von Hartmetall.
In welchen Formen ist Wolframkupfer lieferbar? Als Rundstab, Vierkantstab, Platte, Folie und Blech, als Hohlelektrode und Elektrodenrohling sowie als Zuschnitt nach Maß.