Kaltarbeitsstahl
Kaltarbeitsstahl ist Werkzeugstahl für Werkzeuge, deren Oberfläche im Einsatz höchstens etwa 200 °C warm wird. Er wird für Schneid-, Stanz-, Biege- und Umformwerkzeuge eingesetzt. Bekannte Sorten sind 1.2379 (AISI D2), 1.2842 (AISI O2) und 1.2363 (AISI A2), gehärtet erreichen sie meist 58 bis 62 HRC.
Kaltarbeitsstähle gibt es unlegiert und legiert. Unlegierte Sorten wie 1.1730 sind günstig und gut zerspanbar, legierte Sorten mit Chrom, Molybdän, Vanadium oder Wolfram härten tiefer durch, verziehen sich weniger und sind deutlich verschleißfester. Nagler Normalien liefert Kaltarbeitsstahl als Präzisionsflachstahl, Rundstahl und Zuschnitt nach Maß.
Kaltarbeitsstähle im Lieferprogramm
| Werkstoff | Kurzname | AISI | Härte | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| 1.2379 | X153CrMoV12 | D2 | bis 62 HRC | Matrizen, Schneid- und Stanzwerkzeuge |
| 1.2436 | X210CrW12 | D6 | bis ca. 62 HRC | extrem verschleißbeanspruchte Schneidwerkzeuge |
| 1.2363 | X100CrMoV5-1 | A2 | 58 bis 62 HRC | präzise Schnitt- und Stanzwerkzeuge, lufthärtend |
| 1.2842 / 1.2510 | 90MnCrV8 / 100MnCrW4 | O2 / O1 | 60 bis 64 HRC | Schneidwerkzeuge, Führungsleisten, Lehren |
| 1.2767 | 45NiCrMo16 | 6F7 | 54 bis 56 HRC | zähe Schnitt- und Umformwerkzeuge |
| 1.1730 | C45U | 1045 | naturhart ca. 200 HB | Grundplatten, Rahmen, Vorrichtungen |
| 1.2080 | X210Cr12 | D3 | auf Anfrage | verschleißbeanspruchte Schneidwerkzeuge |
Zusätzlich führen wir die Uddeholm-Kaltarbeitsstähle Sverker 21 (vergleichbar 1.2379), Rigor (vergleichbar 1.2363), Arne (vergleichbar 1.2510), Calmax, Caldie, Sleipner und den pulvermetallurgischen Vanadis 4 Extra.
Welcher Kaltarbeitsstahl für welche Anwendung?
- Höchster Verschleiß, z. B. Schneiden von Blech: 1.2379 oder 1.2436
- Präzise Werkzeuge mit wenig Verzug: 1.2363, härtet an Luft
- Schlag- und Stoßbelastung: 1.2767 mit sehr hoher Zähigkeit
- Einfache Werkzeuge, Lehren und Führungen: 1.2842 oder 1.2510, ölhärtend und gut zerspanbar
- Grundplatten und Rahmen ohne Härten: 1.1730
Werkzeugstahl-Gruppen im Vergleich
| Gruppe | Einsatztemperatur an der Werkzeugoberfläche | Typische Werkzeuge |
|---|---|---|
| Kaltarbeitsstahl | bis etwa 200 °C | Schneid-, Stanz-, Biege- und Umformwerkzeuge |
| Warmarbeitsstahl | dauerhaft über 200 °C | Druckgießformen, Schmiedegesenke, Strangpresswerkzeuge |
| Schnellarbeitsstahl | Warmhärte bis etwa 600 °C | Bohrer, Fräser, Gewindeschneidwerkzeuge, Sägen |
| Kunststoffformenstahl | meist Raumtemperatur bis mäßig warm | Spritzgieß- und Blasformen, Formrahmen |
Temperaturgrenzen als übliche Richtwerte. Eine Übersicht aller Güten finden Sie unter Präzisionsflachstahl.
Häufige Fragen zu Kaltarbeitsstahl
Was ist Kaltarbeitsstahl? Werkzeugstahl für Werkzeuge, deren Oberfläche im Einsatz höchstens etwa 200 °C warm wird, zum Beispiel Schneid-, Stanz- und Umformwerkzeuge.
Welcher Stahl ist ein typischer Kaltarbeitsstahl? Der verbreitetste ist 1.2379 (X153CrMoV12, AISI D2), ein 12-prozentiger Chromstahl. Ebenfalls häufig sind 1.2842, 1.2510 und 1.2363.
Wie hart wird Kaltarbeitsstahl? Legierte Kaltarbeitsstähle erreichen gehärtet meist 58 bis 64 HRC, besonders zähe Sorten wie 1.2767 etwa 54 bis 56 HRC.
Was ist der Unterschied zu Warmarbeitsstahl? Warmarbeitsstahl behält seine Festigkeit auch dauerhaft über 200 °C und ist zäher, Kaltarbeitsstahl ist bei Raumtemperatur härter und verschleißfester.