Vanadis 23 SuperClean / 1.3395 / AISI M3:2

Vanadis 23 im Überblick

Vanadis 23 SuperClean, auch geschrieben Vanadis23, ist ein pulvermetallurgisch hergestellter Schnellarbeitsstahl von Uddeholm. Die Werkstoffnummer lautet 1.3395, die AISI-Bezeichnung M3:2.

Die pulvermetallurgische Herstellung sorgt für ein sehr gleichmässiges Gefüge mit fein verteilten Karbiden. Das bringt gleichzeitig hohe Verschleissfestigkeit und gute Zähigkeit, eine Kombination, die konventionell erschmolzene Schnellarbeitsstähle so nicht erreichen. Wir liefern Vanadis 23 als Präzisionsflachstahl ab Lager Lüdenscheid.

Bezeichnungen und Hersteller

Markenname Uddeholm Vanadis® 23 SuperClean
Werkstoffnummer 1.3395
AISI M3:2
Hersteller Uddeholm, Schweden
Gebräuchliche Schreibweisen Vanadis 23, Vanadis23, Vanadis 23 SuperClean
Werkstoffgruppe pulvermetallurgischer Schnellarbeitsstahl, PM-HSS

Vanadis® und SuperClean® sind eingetragene Marken von Uddeholm.

Chemische Zusammensetzung

Kohlenstoff (C) 1,28 Prozent
Chrom (Cr) 4,2 Prozent
Molybdän (Mo) 5,0 Prozent
Wolfram (W) 6,4 Prozent
Vanadium (V) 3,1 Prozent

Der hohe Anteil an Wolfram, Molybdän und Vanadium bildet harte Karbide, die den Verschleisswiderstand bestimmen. Durch die pulvermetallurgische Herstellung liegen sie fein und gleichmässig verteilt vor.

Technische Daten

Lieferhärte weichgeglüht ca. 260 HB
Lieferhärte kaltgezogen max. 320 HB
Erreichbare Arbeitshärte 58 bis 66 HRC
Dichte 7,98 g/cm³
Elastizitätsmodul 230.000 N/mm²
Wärmeleitfähigkeit bei 20 °C 24 W/(m·K)

Wärmebehandlung

Härtetemperatur 1.050 bis 1.180 °C, je nach gewünschter Endhärte
Anlasstemperatur 560 °C, dreimal je eine Stunde
Ergebnis 58 bis 66 HRC, abhängig von Härte- und Anlasstemperatur

Das dreifache Anlassen ist bei Schnellarbeitsstählen Pflicht, nicht optional. Es wandelt den Restaustenit um und stabilisiert die Masshaltigkeit.

Eigenschaften

  • Sehr hohe Verschleissfestigkeit: besonders bei abrasivem Verschleiss durch den hohen Vanadium- und Wolframanteil
  • Hohe Druckfestigkeit: übertrifft klassische Kaltarbeitsstähle deutlich
  • Gute Zähigkeit für einen HSS: Folge der pulvermetallurgischen Herstellung und des gleichmässigen Gefüges
  • Sehr gute Masshaltigkeit: geringer Verzug beim Härten, gute Durchhärtung
  • Hohe Anlassbeständigkeit: die Härte bleibt auch bei Betriebswärme stabil
  • Gut beschichtbar: geeignet für PVD, CVD und Nitrieren

Typische Anwendungen

Vanadis 23 ist der Werkstoff für gemischten Verschleiss, also wenn abrasive und adhäsive Beanspruchung gleichzeitig auftreten:

  • Stanz- und Schneidwerkzeuge: besonders für gehärtete und kaltgewalzte Bandstähle
  • Umformwerkzeuge: Biege-, Präge- und Tiefziehwerkzeuge unter hoher Flächenpressung
  • Kaltarbeitswerkzeuge: Schneidplatten, Stempel und Matrizen
  • Zerspanungswerkzeuge: Messer und Schneiden mit hoher Standzeitanforderung
  • Werkzeuge für die Kunststoffverarbeitung: bei abrasiv gefüllten Kunststoffen

Lieferformen und Abmessungen

Wir führen Vanadis 23 als Präzisionsflachstahl ab Lager Lüdenscheid:

Breiten 50, 100 und 200 mm
Dicken 8, 10, 16, 20, 25, 32, 40 und 50 mm
Längen 500 und 1.030 mm

Die lieferbaren Kombinationen mit Preisen und Lagerbestand finden Sie in der Übersicht unten. Zuschnitte nach Ihrem Maß fertigen wir auf Anfrage. Alle technischen Angaben finden Sie im Datenblatt Vanadis 23 als PDF.

Verwandte Werkstoffe im Lieferprogramm

  • 1.2379 / X153CrMoV12: klassischer Kaltarbeitsstahl, günstiger, aber geringere Zähigkeit bei hoher Härte
  • Sleipner®: von Uddeholm, zäher als 1.2379, für stossbelastete Schneidwerkzeuge
  • Hartmetall: wenn die Verschleissfestigkeit von Vanadis 23 nicht mehr ausreicht

Einen Überblick über das gesamte Programm finden Sie unter Präzisionsflachstahl.

Häufige Fragen zu Vanadis 23

Was bedeutet pulvermetallurgisch hergestellt?

Der Stahl wird nicht klassisch erschmolzen und gegossen, sondern aus feinem Pulver unter Druck und Hitze verdichtet. Dadurch liegen die Karbide sehr fein und gleichmässig verteilt vor, statt grob und zeilig wie bei konventionellen Schnellarbeitsstählen. Das Ergebnis ist bessere Zähigkeit bei gleicher Härte.

Welche Werkstoffnummer hat Vanadis 23?

Vanadis 23 entspricht der Werkstoffnummer 1.3395 und der AISI-Bezeichnung M3:2.

Welche Härte erreicht Vanadis 23?

Je nach Härte- und Anlasstemperatur zwischen 58 und 66 HRC. Geliefert wird der Stahl weichgeglüht mit rund 260 HB und muss gehärtet werden.

Warum muss dreimal angelassen werden?

Bei Schnellarbeitsstählen bleibt nach dem Härten Restaustenit im Gefüge. Erst das mehrfache Anlassen bei 560 °C wandelt ihn vollständig um und sorgt für Masshaltigkeit im Einsatz.

Wann ist Vanadis 23 die richtige Wahl?

Wenn abrasiver und adhäsiver Verschleiss zusammentreffen, etwa beim Schneiden gehärteter Bandstähle. Bei reiner Stossbelastung ist ein zäherer Stahl wie Sleipner die bessere Wahl, bei reinem Abrasivverschleiss kann Hartmetall wirtschaftlicher sein.

Breite Dicke Länge Durchmesser Vierkant auf Lager Lieferzeit Werktage
 
 
 
 
 
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